08.09.2025 Course Camarguaise und Bandidio in Le Grau-du-Roi

Grau-du-Roi hat eine Stierkampfarena (wie auch Nimes, Arles und Saintes Maries de la Mer). Dort findet der Stierkampf nach Art der Camarque (Course camarguaise) statt. Ich habe darüber schon früher berichtet.

Im Moment ist gerade die „Fête du Grau 2025“. Eine Woche lang findet u.A. jeden Tag ein Stierkampf statt.

Die Stiere sind extra für diese Art Stierkampf gezüchtet. Pro Veranstaltung gibt es 6 Stiere. Ein Kampf endet nach 15 Minuten oder wenn alle Trophäen erobert sind. Die Tiere werden also nicht getötet wie beim spanischen Stierkampf. Sie werden geschätzt und auch reichlich mit Applaus bedacht. Bei uns traten 8 Raseteure (die Stierkämpfer) auf. Dazu kamen 2 „Provokateure“, zu erkennen an den roten Namen auf dem Rücken. Deren Aufgabe ist es, den Stier abzulenken, damit damit die Raseture die Cocarden zwischen den Hörnern sowie die Bänder, die um die Horn-Basis gewickelt sind, erobern können. Der Stier ist viel schneller und auch viel stärker als die Kämpfer. Am Anfang wird der Stier erst müde gemacht. Dann werden die Stiere abgelenkt, und die Stierkämpfer laufen in einem Bogen an dem Stier vorbei und versuchen mit einer Art „Krallenhand“ die Trophäen zu erobern. Der Stier wird so zu einem Richtungswechsel gezwungen, was den Kämpfern etwas Vorsprung gibt, um sich mit einem Sprung über die Bande zu retten. Das erfordert viel Mut, Sprint-Fähigkeit, ein gutes Auge und Wissen, wie die Tiere sich verhalten. Alle Kämpfer waren junge Männer – wahrscheinlich kann man das nur bis zu einem gewissen Alter machen. Für jede Trophäe gibt es ein Preisgeld, dass von der Veranstaltung und Trophäe abhängt: Bei uns gab es wohl 30 EUR für das erste Band und ca 90 EUR für das unterste.

Ab und zu durchbrechen die Stiere die Bande oder springen darüber hinweg, dann werden sie durch eine Pforte wieder in die Arena geleitet.

Wie letztes Jahr habe ich einige „unscharfe“ und einige scharfe Bilder gemacht.

Nach dem Kampf gibt es noch ein Bandido: Insgesamt 8 Stiere (manchmal auch 16 oder 24) rennen durch Grau, jeweils von 2 Reitern flankiert. Der Bereich ist abgesperrt, aber die meisten Zuschauer halten sich innerhalb der Absperrung auf. Die Dorfjugend versucht, die Stiere anzuhalten. Ich vermute, es sind nicht die Kampfstiere, die durch das Dorf rennen, sondern eher die Kühe. Die Spitzen der Hörner tragen Abdeckungen.