Johannes braucht noch Bilder zum Thema „Licht und Schatten“ und will seine neue Kamera samt Makroobjektiv ausprobieren, und ich finde die Düne sowieso toll, also treffen wir uns um 9:00 Uhr und laufen zur Düne. Es ist recht warm, und die Insekten sind schon sehr aktiv.
Wir fahren mit dem Auto zur Gernsheimer Fähre, laden aus und setzen über. Das Fährschiff „Helene“ ist größer als andere Rheinfähren und überdacht. Auf Pfälzer Seite geht es entlang dem Deich nach Oppenheim und Nierstein. Teilweise sind die Deiche nicht gemäht, dann wimmelt es von Insekten. Auf einem Deichabschnitt sind die Wiesen-Flockenblumen „übersäht“ mit Schachbrettfaltern, die sich mit Hummeln und anderen Insekten um den Nektar streiten. Entsprechend langsam kommen wir voran, ich halte ständig an, um zu fotografieren.
Überall SchachbrettfalterWiesen-BocksbartEs wird gemähtMehlige Königskerze
In Nierstein setzen wir über nach Hessen, wieder am Deich entlang geht es zurück nach Gernsheim. Ich sehe Schwalbenschwänze und viele Weißlinge, aber kaum Schachbrettfalter. Das Wetter ist ideal: durch die ausdrucksvollen Wolken ist es nicht zu heiß. An einer Stelle folgen wie dem Elisabeth-Langgässer-Weg (der sehr schlecht zu fahren ist, Otto ärgert sich), aber ich lerne etwas über diese Schriftstellerin. Sie hat in der 30er Jahren den Roman „Der Gang durch das Ried“ geschrieben, der in der Gegend spielt.
Erste Schwalbenschwanz-SichtungDrama purLandkärtchen
Auf dem Weg zu Otto habe ich noch kurz angehalten, um zu dokumentieren, wie die Gleichspannungsleitung bei Philippsburg verlegt wird.
Am nächsten morgen und am Nachmittag geht es wieder zum Eidersperrwerk. Mein Zielfoto: Eine „rüttelnde“ Seeschwalbe von vorn im Flug mit langer Verschlusszeit (1/50sec). Der Kopf soll scharf sein, die Flügel aber Bewegung zeigen. Es stellt sich heraus, das 1/50 zu lang ist (Kopf wird unscharf), mit 1/80 bin ich dann erfolgreich.
Blick auf das EidersperrwerkAusternfischer mit KrabbeKormoran
Damit ist das Seeschwalben-Kapitel abgeschlossen, ab jetzt ist für den Rest des Kurses nur noch Wattenmeer angesagt.
Abends geht es also zur Ebbe ins Watt nach St. Peter-Ording. Die Leere ist erst einmal ein Schock. Man fragt sich, was man eigentlich fotografieren soll. Das gibt sich aber, und nachdem man im Watt „angekommen“ ist, finden sich überall Motive. Leider fällt mir meine Kamera kurz vor Sonnenuntergang vom Stativ und weigert sich, weiterzufotografieren. Zum Glück habe ich eine 2. Kamera dabei, aber leider in der Unterkunft. Am Abend ist dann noch Erdbeermond, den Heike und ich vom Eiderufer in Tönnig aus beobachten und fotografieren.
Das einzige Motiv?Was soll ich nur fotografieren außer Leere?Die Fotogruppe auf dem Weg ins WattHurra, eine WolkeVielleicht gibt es ja doch Motive?Reflexion des Mondes in der EiderErdbeermond hinter WindradDoppelbelichtungExperiment mit Verwischung
Der Fotokurs beginnt am 10.6. abends mit einem gemeinsamen Abendessen. Wir waren am Tag vorher (Pfingstmontag) sehr entspannt angereist. Am Dienstag hatte es bis spät in den Nachmittag hinein ziemlich stark geregnet. Wir besuchten also das https://multimar-wattforum.de/. Natürlich war es relativ voll, aber einen Besuch unbedingt wert.
Abends dann also der Kursbeginn im „be bio be natural„-Hotel in Tönning. Es ging direkt nach dem Abendessen zum Eidersperrwerk (ca. 8 km westlich von Tönning). Dort gibt es eine große Seeschwalben und Lachmöven-Brutkolonie. Aufgabe war es, bei den Seeschwalben „anzukommen“ und zumindest einige scharfe Flugbilder hinzubekommen.
Die Lachmöwen hatten schon relativ große Küken und waren in der Überzahl. Die Kolonie ist direkt am Zaun. Es ist laut und immer voller Bewegung und ziemlich großartig, auch wenn es nicht unbedingt gut riecht. Es gab aber auch genug Seeschwalben. Da ich Seeschwalben sehr mag, habe ich mich hauptsächlich ihnen gewidmet. Bei uns brüten sie ja leider nicht, man sieht sie höchstens auf dem Durchzug. Ich habe nur Küstenseeschwalben gesehen. Allerdings haben die Lachmöwen mit ihren Küken auch etwas Aufmerksamkeit bekommen.
Vom 10.06. bis zum 14.06. nehme ich an einem Fotokurs von zeitweise.art mit Martin Stock teil. Martin ist wohl der bekannteste Fotograf des Wattenmeers.
Dieser Beitrag soll einen Überblick geben. Weitere Blog-Beiträge werden dann die einzelnen Tage ausführlicher beleuchten.
Es gab jeden Tag eine Bildbesprechung. Ich zeige hier die 3 Bilder pro Tag, die ich zur Besprechung eingereicht hatte.
Seeschwalbe mit etws längerer BelichtungszeitAusternfischer mit BeuteSchwertförmige ScheidenmuschelSeegrassKrabbenumarmungWattSeestachelbeere (eine Quallenart)RotschenkelSäbelschnäbler im Priel
Es geht mal wieder zur Düne mit dem Fahrrad. Auf dem Weg entdecken wir ein zweites Dünenbiotop, in dem es aber keine Sandlaufkäfer und Grabwespen gibt. Die Grabwespen sind schon wieder fleißig dabei, Grashüpfer in ihre Brutröhren einzutragen. Auch die Sandlaufkäfer sind sehr häufig. Mir kamen die Inseketen aber etwas „unentspannt“ vor, jedenfalls sind mir keine Bilder gelungen. Vielleicht hatte ich auch nicht genug Ruhe, Bilder zu machen.
Auf dem Heimweg mache ich in den Feldern noch einige Fotos.
Rheinsberg: Mir fallen sofort Tucholskys „Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“ und „DDR Kernkraftwerk“ ein. Das Schloss war Aufenthaltsort von Friedrich II., als er noch Thronfolger war. Schloss und Park sind extrem gut erhalten und sehr schön. Natürlich habe ich das Schloss mitsamt zugehöriger Katze und Schwalben oft fotografiert.
Im Schlosspark gibt es auch einiges zu entdecken.
Am Wasser gibt es viele Teich- und Drosselrohrsänger, und natürlich ist da dann auch der Kuckuck oft zu hören. Ein Drosselrohrsänger war besonders laut und melodiös:
Natürlich gab es noch viele weitere schöne Motive: Große rote Waldameisen, Schnecken, ein Haubentaucherpaar mit Küken, Kraniche, die abends zum Rastplatz fliegen, Neuntöter, Rauchschwalben … .
Abstrakte Spielereien dürfen natürlich auch nicht fehlen:
Apropos Spielerei: Wir besuchen die Erlebniswelt in Zahren – ein total verrückter Ort, hauptsächlich für Kinder.
In Neustrelitz ist gerade Tag der offenen Kirche, und wir besteigen den Glockenturm. Beim Abstieg läuten die Glocken gerade, und es ist ziemlich laut. Ich filme trotzdem ein wenig.
Da es in den vergangenen Tagen etwas Regen gab und wir schon länger nicht auf Tour waren, beschließen wir spontan zum Vatertag nach Gertelsbach zu fahren. Von ca. 7:30 bis 9:00 habe wir die Lokation auch für uns allein, danach wird es immer voller. Wie immer: Es war toll, deshalb sind die Fotos eher nicht so gut.
Ich füttere das ganze Jahr „meine“ Vögel. Natürlich finden sich hauptsächlich Hausperlinge an der Fütterung ein, aber auch andere Vögel: Buchfink, Grünfink, Stiglitz, Buntspecht, Amsel, Türkentaube, Kleiber, Star, Blaumeise, Kohlmeise, Kernbeißer, Elster, Krähe, Eichelhäher.
Die Monate mit dem größten Verbrauch sind nicht die Wintermonate, sondern Mai/Juni, wenn die Aufzucht er Jungtiere in vollem Gange ist. In der Regel bekommen die Küken Insekten, und die Altvögel stärken sich an der Fütterung. Wenn die Vögel flügge sind, werden sie in der Regel noch einige Tage gefüttert, und die Altvögel zeigen ihnen, wo es etas gibt, was essbar ist, … . Dann werden die Jungvögel ihrem Schicksal überlassen und müssen allein zurechtkommen. In diesen ersten Tagen, wo sie allein auf sich gestellt sind, sind sie sehr zutraulich und auch etwas „plüschig“.
An diesem Tag kamen die ersten Jungspechte das erste Mal alleine zur Fütterung, die Blaumeise wurde noch gefüttert, und der Kernbeißer ließ sich auch sehen.
Dieser Winter war extrem wechselhaft. Wir hatten im Januar schon einmal 15° und mehrfach ca. 10°, dann gab es gleich wieder nachts Minusgrade. Im Moment sind tagsüber 1-3°, nachts bis -4°. Heute morgen hat es etwas geschneit.
Low-Key VersuchDie Hasel ist fast abgeblühtZaubernuss
Bei der Heimfahrt mit dem Fahrrad sehe ich abends 2 Kröten auf dem Radweg duch die Wagbachniederung. Ich versuche es also am nächsten Abend in der Molzau. Es ist dunkel und Krötenwetter: nass, kühl, ungemütlich. Ich finde zwei Kröten, aber nur eine davon möchte fotografiert werden.
Es ist also noch zu früh für die Kröten-Hauptsaison. Da es die folgenden Tage nachts wieder kälter wird, dauert es wohl noch ein wenig bis zum massenhaften Auftreten der Kröten.